Andere Länder, andere Sitten...
Das merke ich auch hier immer wieder. Einige Beispiele:
-Es gibt in einigen Regionen hier nicht so viel Essen. Trotzdem lässt man bei einer Einladung was auf dem Teller liegen, weil man sonst damit ausdrückt, dass es nicht genug war
-Jungs und Mädels können hier befreundet sein, Händchen halten, sich auf den Hintern hauen, ... alles rein platonisch! Aber sobald sie sich verlieben tun sie nix mehr zusammen in der Öffentlichkeit, in einer Gruppe läuft der eine ganz vorn und die andere ganz hinten.
-Hier ist es ein Kompliment, wenn dir jemand sagt, wie fett du geworden bist...
-Es ist kein Problem, wenn man deine Brust sieht oder dein BH rausguckt, aber wehe man sieht dein Knie!!!
-Hier kann jeder Straßensperren errichten und Geld fürs durchlassen verlangen. Wenn du dich weigerst sind sie auch mit einem Kaugummi zufrieden.
-Weihnachten ist Sommerzeit
-Bei Gewitter sollten wir lieber nicht duschen, weil wir da einen Schlag gekommen könnten...
-Wir leben in einer Stadt, aber es gibt hier quasi keine Läden
-Viele Weiße denken, dass alle Afrikaner gleich aussehen. Und viele Afrikaner denken, dass alle Weißen gleich aussehen.
-Wenn die Afrikaner mit den Fingern zählen, dann fangen sie mit dem Kleinsten an, bis hin zum Daumen.
Und das war nur ein kleiner Einblick. Es gibt 1000 Sachen die unterschiedlich sind...
Mittwoch, 10. Februar 2010
Samstag, 3. Oktober 2009
Unser Bad
ist eine Sache für sich! Wir haben ein Erlebnis-Duschbad, eine bewohnbare Toilette und automatische Frischlufteinspeisung...
Die Toilette:
Entlastet man sich auf der Toilette, schaue man zuerst unter die Brille, da man nicht weiß, wer oder was da mit einem zusammen hockt.
Hat man sein Geschäft verrichtet, benutz man das rosafarbene Hygienepapier, dass sich wie 80er Schleifpapier anfühlt – aber recycelt ist!!! Die Spülung erfolgt durch manuelles hochziehen des Stöpsels in dem Wasserbehälter, der auch immer mal wieder bewohnt ist. Bei Bedarf auch 3-4 mal benutzen. Bitte nicht stören lassen, falls eine Scharbe erschreckt aus der Ecke hinter der Toilette schlüpft.
Das Erlebnisbad:
Wir haben eine Badewanne. Die funktioniert sogar ohne Stöpsel. Denn der Abfluss ist so dicht, dass da nur ca. 100ml pro Std. durchgehen. Kleine Krabbeltiere finden den Weg allerdings schnell... Außerdem kommt dann einiges an Dreck wieder aus dem Gulli raus, was sich beim letzten Mal mit aller Kraft gewehrt hat weg gespült zu werden. Eine „Duschamatur“ gibt es in dem Sinne leider auch nicht. Man nehme also den 10l-Plastikeimer, fülle ihn an dem rechten Wasserhahn mit kaltem Wasser. Denn der Hahn für das warme Wasser (ja, er existiert!) funktioniert leider nicht. Da es aber eh zu warm ist um warm zu duschen ist das auch egal!
Wenn man sich dann nass macht, in der Badewanne kniend, mit dem Kopf in den Eimer gebeugt und mit dem Waschlappen versucht alle Stellen am Körper zu erwischen, ist es mir schon passiert, dass ich an die Riesendusche im Haus meiner Eltern gedacht habe...
Hat man es geschafft, sich überall ein zu schäumen und hinterher wieder ab zu waschen, kommt der beste Teil: man versucht das stehende Gewässer, in dem man grad noch bis zu den Waden stand, in den Eimer zu füllen um es dann in der Toilette zu entsorgen. Für den kleinen Rest am Ende gibt es dann den Messbecher...
Ungünstig ist es wenn genau in der Zeit, in der man eingeschäumt ist, der Strom ausfällt. Da man in der Regel abends duscht und die Sonne sich schon um halb 7 nicht mehr blicken lässt, ist es stockfinster. In diesem recht wahrscheinlichen Falle nehme man die Kerze vom Schrank und hoffe, dass ein Feuerzeug in greifbarer Nähe ist. Wenn nicht, hat auch das einen Vorteil: Man sieht die Tierchen nicht mehr, die jetzt im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken krabbeln.
Damit meine ich nicht die Ameisenstraße quer durch das Bad – diese gehört zum Inventar.
Die Klimaanlage sorgt für stetig frische Luft – zumindest wenn draußen ein wenig Wind weht. Das „Fenster“ besteht aus einem Rahmen mit Moskitonetz und einem netten Blümchenvorhang. Diverse Löcher im Boden und der breite Spalt unter der Tür machen die Circulation perfekt.
Die Toilette:
Entlastet man sich auf der Toilette, schaue man zuerst unter die Brille, da man nicht weiß, wer oder was da mit einem zusammen hockt.
Hat man sein Geschäft verrichtet, benutz man das rosafarbene Hygienepapier, dass sich wie 80er Schleifpapier anfühlt – aber recycelt ist!!! Die Spülung erfolgt durch manuelles hochziehen des Stöpsels in dem Wasserbehälter, der auch immer mal wieder bewohnt ist. Bei Bedarf auch 3-4 mal benutzen. Bitte nicht stören lassen, falls eine Scharbe erschreckt aus der Ecke hinter der Toilette schlüpft.
Das Erlebnisbad:
Wir haben eine Badewanne. Die funktioniert sogar ohne Stöpsel. Denn der Abfluss ist so dicht, dass da nur ca. 100ml pro Std. durchgehen. Kleine Krabbeltiere finden den Weg allerdings schnell... Außerdem kommt dann einiges an Dreck wieder aus dem Gulli raus, was sich beim letzten Mal mit aller Kraft gewehrt hat weg gespült zu werden. Eine „Duschamatur“ gibt es in dem Sinne leider auch nicht. Man nehme also den 10l-Plastikeimer, fülle ihn an dem rechten Wasserhahn mit kaltem Wasser. Denn der Hahn für das warme Wasser (ja, er existiert!) funktioniert leider nicht. Da es aber eh zu warm ist um warm zu duschen ist das auch egal!
Wenn man sich dann nass macht, in der Badewanne kniend, mit dem Kopf in den Eimer gebeugt und mit dem Waschlappen versucht alle Stellen am Körper zu erwischen, ist es mir schon passiert, dass ich an die Riesendusche im Haus meiner Eltern gedacht habe...
Hat man es geschafft, sich überall ein zu schäumen und hinterher wieder ab zu waschen, kommt der beste Teil: man versucht das stehende Gewässer, in dem man grad noch bis zu den Waden stand, in den Eimer zu füllen um es dann in der Toilette zu entsorgen. Für den kleinen Rest am Ende gibt es dann den Messbecher...
Ungünstig ist es wenn genau in der Zeit, in der man eingeschäumt ist, der Strom ausfällt. Da man in der Regel abends duscht und die Sonne sich schon um halb 7 nicht mehr blicken lässt, ist es stockfinster. In diesem recht wahrscheinlichen Falle nehme man die Kerze vom Schrank und hoffe, dass ein Feuerzeug in greifbarer Nähe ist. Wenn nicht, hat auch das einen Vorteil: Man sieht die Tierchen nicht mehr, die jetzt im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken krabbeln.
Damit meine ich nicht die Ameisenstraße quer durch das Bad – diese gehört zum Inventar.
Die Klimaanlage sorgt für stetig frische Luft – zumindest wenn draußen ein wenig Wind weht. Das „Fenster“ besteht aus einem Rahmen mit Moskitonetz und einem netten Blümchenvorhang. Diverse Löcher im Boden und der breite Spalt unter der Tür machen die Circulation perfekt.
Dienstag, 15. September 2009
Busfahrt
Ich bin in Kisangani. Das ist tiefster Busch. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich hier bin, wenn man die Fahrt hierher bedenkt: Ich versuche euch das mal zu beschreiben:
Während der Fahrt schaue ich aus dem Busfenster. Um mich herrum ist fast nix als Urwald. So, wie man sich das vorstellt: große grüne Bäume, Bananenstauden und Kokospalmen, Schlingpflanzen, Büsche und ab und zu mal eine Lehmhütte mit Bananenblätterdach. Davor tummeln sich ein paar Kinder in zerschlissenen Klamotten. Das ganze sieht friedlich und entspannt aus - ist es aber nicht!!!
Der lebensmüde Busfahrer versucht die verlorene Zeit durch halsbrecherische Manöver wieder einzuholen. Denn am ersten Reisetag haben wir knapp 10 (ZEHN!!!) Stunden an einem Fluss verbracht und darauf gewartet, dass unser Bus, wir und unser Gepäck jeweils einzeln auf provisorisch zusammengenagelten Holzböötchen (?) über das Wasser geschifft werden. Als es dann um 20 Uhr weiter ging, war es im Kongo schon stockfinster. Das hat die Fahrweise des Fahrers kein Stück beeinflusst. Wir fuhren dann bis 2 Uhr in der Nacht, verbrachten den Halbschlaf auf den unbequemen Sitzen bis kurz vor 6 und brachen dann wieder auf.
Der Reisebus, der definitiv schon bessere Zeiten hatte, klappert und verliert ein bisschen Öl. Aber wen stört das schon?
Was mich kurz gestört hat, war die Tatsache, dass unser Kutscher auf dem von Schlaglöchern zerfressenen Schlammweg in einem Affenzahn daher rast, egal ob auf der schmalen „Fahrbahn“ Gegenverkehr kommt, Kinder, Ziegen oder Hühner im Weg sind oder ein Schlagloch so groß und lang ist, dass der ganze Bus sich bedenklich weit auf die Seite lehnt...
So saß ich da, still nachdenkend ob ich noch etwas zu tun oder zu sagen gehabt hätte, bevor ich ewigen Frieden fände. Aber, nein. Alles war gesagt und so konnte ich entspannt darauf warten, dass der Unfall passieren würde. Aber das tat es nicht. Ein Wunder.
So bin ich jetzt hier und werde euch sicher noch einige Kleinigkeiten aus meinem Leben hier berichten. Z.B. unser Badezimmer o.ä....
Während der Fahrt schaue ich aus dem Busfenster. Um mich herrum ist fast nix als Urwald. So, wie man sich das vorstellt: große grüne Bäume, Bananenstauden und Kokospalmen, Schlingpflanzen, Büsche und ab und zu mal eine Lehmhütte mit Bananenblätterdach. Davor tummeln sich ein paar Kinder in zerschlissenen Klamotten. Das ganze sieht friedlich und entspannt aus - ist es aber nicht!!!
Der lebensmüde Busfahrer versucht die verlorene Zeit durch halsbrecherische Manöver wieder einzuholen. Denn am ersten Reisetag haben wir knapp 10 (ZEHN!!!) Stunden an einem Fluss verbracht und darauf gewartet, dass unser Bus, wir und unser Gepäck jeweils einzeln auf provisorisch zusammengenagelten Holzböötchen (?) über das Wasser geschifft werden. Als es dann um 20 Uhr weiter ging, war es im Kongo schon stockfinster. Das hat die Fahrweise des Fahrers kein Stück beeinflusst. Wir fuhren dann bis 2 Uhr in der Nacht, verbrachten den Halbschlaf auf den unbequemen Sitzen bis kurz vor 6 und brachen dann wieder auf.
Der Reisebus, der definitiv schon bessere Zeiten hatte, klappert und verliert ein bisschen Öl. Aber wen stört das schon?
Was mich kurz gestört hat, war die Tatsache, dass unser Kutscher auf dem von Schlaglöchern zerfressenen Schlammweg in einem Affenzahn daher rast, egal ob auf der schmalen „Fahrbahn“ Gegenverkehr kommt, Kinder, Ziegen oder Hühner im Weg sind oder ein Schlagloch so groß und lang ist, dass der ganze Bus sich bedenklich weit auf die Seite lehnt...
So saß ich da, still nachdenkend ob ich noch etwas zu tun oder zu sagen gehabt hätte, bevor ich ewigen Frieden fände. Aber, nein. Alles war gesagt und so konnte ich entspannt darauf warten, dass der Unfall passieren würde. Aber das tat es nicht. Ein Wunder.
So bin ich jetzt hier und werde euch sicher noch einige Kleinigkeiten aus meinem Leben hier berichten. Z.B. unser Badezimmer o.ä....
Dienstag, 25. August 2009
Heil im Kongo
Hier nur eine kleine Nachricht aus dem Kongo. Alles ist noch anders und neu und aufregend... Aber schön! Die Leute sind lieb, das Essen lecker und schlafen tu ich auch gut. Also alles in Butter! Bald mehr! Denk an euch!
Mittwoch, 29. Juli 2009
Das Leben
Sonntag, 19. Juli 2009
Bitte freihalten:
Montag, 13. Juli 2009
Langsam
geht meine Zeit hier in Ventabren zu Ende... Ich habe noch knapp drei Wochen. Dann habe ich noch ganze 2 Wochen in "good old Germany" und dann wirds wieder spannend!
Ich freu mich auf die Zeit. Mein "Ziel" rückt immer näher. Die Spannung steigt. Und gleichzeitig kommen Fragen auf: Mit wem werde ich in Kontakt bleiben? Auf was lasse ich mich da überhaupt ein? Was/Wen werde ich vermissen? ...
Zweifel an der Aktion habe immer noch nicht - nur Fragen. Und die Antworten werde ich mir eines Tages selbst beantworten können.
Aber die zwei Wochen Hamburg/Cuxhaven werden nochmal richtig ausgenutzt! Geplant ist: Paintball, Abschiedsgottesdienst, viel Fleisch auf dem Grill, shoppen, Aussendungsgottesdienst und eine große Geburtstags-/Abschiedsparty...
*freu*
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