Montag, 7. November 2011
Erstaunen, Erwartungen und Energie
Ich hab mal wieder lang nix von mir hören lassen. Ich hoffe ich hab dadurch eure Erwartungen nicht zu sehr enttäuscht. Ich bin grad wieder in der schönsten Großstadt Norddeutschlands und will voller Energie ein wenig helfen. Die größte Energie haben allerdings meine beiden coolsten und süßesten Nichten. Erstaunlich! Wo nehmen sie das nur her? Aber das hält jung (das hab ich mir zumindest sagen lassen!). Dabei bin ich echt erstaunt, wie schnell die beiden lernen und wie groß die beiden schon sind! Die waren doch grad noch so klein... (Das muss ich als Tante sagen!!!) Und ich weiß jetzt schon, dass ich ziemlich erstaunt sein werde was aus ihnen wird. Und habe große Erwartungen... Immerhin sind sie die tollsten Nichten überhaupt!
Montag, 29. August 2011
Dank, Dorfkind, Dünenhof, Deutschland
Das Dorfkind ist zurück in Deutschland. Jetzt schon seit fast sechs Wochen. Wow. Und so langsam merke ich, dass mir die "andere" Kultur zu schaffen macht. Immer öfter merke ich, dass es anstrengend wird sich unter Menschen zu mischen. Das Bett wirkt immer attraktiver. Deutschland, mittendrin und doch nur dabei...
Damit ich auftanken kann werde ich demnächst auf den Dünenhof gehen. Da gibt es so einiges, was Mann/Frau anspricht - zum auftanken, erholen, sich aufbauen, stärken und vieles mehr/meer... Einfach mal vorbei schauen! =) Ich bin dankbar einen solchen Platz zu haben. An vielen Orten werden Christen noch verfolgt. Wir in Deutschland haben eine große Auswahl an Möglichkeiten. Das ist ein Segen! Und dafür sollten wir dankbar sein!!! Denn Grund zum Danken haben wir immer! Die Frage ist, ob wir es sehen können und wollen!
Congo, Chefkoch und Cocosnüsse
Viele wissen nix über mein liebstes afrikanisches Land: Der Congo ist 6,6x so groß wie Deutschland, hat ca. 70,9 Millionen Einwohner (2010, The World Factbook). Davon sind 46.7% unter 15 Jahre alt. Das kommt einerseits sicherlich durch AIDS (ca.10%) und schlechter medizinischer Versorgung, andererseits aber auch durch die schreckliche Kolonialzeit der Belgier und der vielen Bürger- und Stammeskiege. Nur 2,5% sind 65 Jahre und älter... Woran es nicht liegt ist das Essen. Denn gegessen habe ich in der ganzen Zeit wirklich gut - und lecker! Natürlich ist da nicht immer alles zu kaufen, deswegen kann man sich unter Chefkoch.de viele Rezepte OHNE bestimmte Zutaten angucken und selber machen.
Aber das stimmt natürlich nicht. Denn laut WHI (WeltHungerIndex) ist der Congo das am schlimmsten betroffene Land. Auch wenn es uns in unserer Region (Aru) gut geht und wir auch ohne Chefkochrezepte lecker essen, so sind viele andere Teile dieses wunderschönen Landes am leiden.
So komm ich immer wieder auf den Punkt der Dankbarkeit. Denn in Deutschland wird so viel gemeckert, dabei gehts uns so gut!
So und um noch das letze Stichwort noch mit einzubringen, hier das unnütze Wissen des Tages:
Laut Unfallstatistiken der Versicherungen sterben pro Jahr weltweit viel mehr Menschen durch eine herabfallende Cocosnuss (rund 150) als durch Angriffe von Haien (etwa 10).
Aber das stimmt natürlich nicht. Denn laut WHI (WeltHungerIndex) ist der Congo das am schlimmsten betroffene Land. Auch wenn es uns in unserer Region (Aru) gut geht und wir auch ohne Chefkochrezepte lecker essen, so sind viele andere Teile dieses wunderschönen Landes am leiden.
So komm ich immer wieder auf den Punkt der Dankbarkeit. Denn in Deutschland wird so viel gemeckert, dabei gehts uns so gut!
So und um noch das letze Stichwort noch mit einzubringen, hier das unnütze Wissen des Tages:
Laut Unfallstatistiken der Versicherungen sterben pro Jahr weltweit viel mehr Menschen durch eine herabfallende Cocosnuss (rund 150) als durch Angriffe von Haien (etwa 10).
Sonntag, 28. August 2011
Buntes, Bibel, Bilder und Bares
Deutschland ist grau! Damit meine ich nicht nur das Wetter, sonder auch die Kleidung der Bewohner dieses Landes. Buntes ist für Kinder. Schlicht ist besser. Im Kongo ist das Motto: Bunter ist besser! Allerdings haben wir in Deutschland eine bunte Auswahl an Bibeln. Das gibt es in meinem zweiten (afrikanischen) Heimatland nicht. Dort sind wir auf der Suche nach Bibeln. Ob französisch, lingala, swaheli oder lugbara... Es ist schwierig eine zu finden. Dabei ist die Nachfrage groß! Im Moment bin ich viel dabei diese zu suchen und zu organisieren. Das ganze kostet natürlich auch. Wer es auf dem Herzen hat dafür Bares zu geben, darf das gerne tun. Bei Diguna direkt, oder bei mir. Wer dafür etwas mit nach Hause nehmen möchte, darf gerne am 03. September in Cux auf das Straßenfest (Catharinenstr.) gehen. Wer da ein paar selbstgemalte Bilder von mir kauft, tut nicht nur seiner Wohnung einen Gefallen, sondern auch meinem Projekt 'Bibeln für Kongo'.
Also warum nicht einfach mal bunt?!
Also warum nicht einfach mal bunt?!
Das A B C meines Lebens...
Afrika(ner), A...kalt, Annika
Ja, einen deutschen Sommer haben sich viele anders vorgestellt. Ich mir auch! 15°C und Nieselregen begrüßten mich, als ich in der schönsten Großstadt Deutschlands ankam. Afrika ist anders. Da ist (meistens) sogar der Regen warm...
Aber da wird insgesammt mit dem Wetter ander umgegangen. Man nimmt es hin, wie es kommt. Ändern kan man es eh nicht! Regen ist Segen - Sonne auch!
Und ich, Annika, stehe dazwischen. Ich kann mich nicht sonderlich über das a...kalte Wetter freuen. Und trotzdem bin ich dankbar in einem Land wohnen zu dürfen in dem Wasser kein Problem darstellt.
Und so ist es besser einfach fröhlich und dankbar das Wetter hinzunehmen, wie es kommt. Ändern können wir es durch unsere schlechte Laune auch nicht! =)
Ja, einen deutschen Sommer haben sich viele anders vorgestellt. Ich mir auch! 15°C und Nieselregen begrüßten mich, als ich in der schönsten Großstadt Deutschlands ankam. Afrika ist anders. Da ist (meistens) sogar der Regen warm...
Aber da wird insgesammt mit dem Wetter ander umgegangen. Man nimmt es hin, wie es kommt. Ändern kan man es eh nicht! Regen ist Segen - Sonne auch!
Und ich, Annika, stehe dazwischen. Ich kann mich nicht sonderlich über das a...kalte Wetter freuen. Und trotzdem bin ich dankbar in einem Land wohnen zu dürfen in dem Wasser kein Problem darstellt.
Und so ist es besser einfach fröhlich und dankbar das Wetter hinzunehmen, wie es kommt. Ändern können wir es durch unsere schlechte Laune auch nicht! =)
Dienstag, 7. Dezember 2010
Deutsche sind so anders!
Wenn man mit einem relativ neuen Team in eine Kultur wächst fällt einem nicht auf, wenn man sich verändert. Wechselt das Team dann aber und man bleibt als einziger übrig, der die Kultur kennt, merkt man wie anders doch die Deutschen sind... Komisch! So pünktlich. Perfektionistisch. Unflexibel. So wenig auf Beziehungen orientiert... Hier bin ich weder deutsch noch kongolesisch... irgendwie dazwischen.
Samstag, 9. Oktober 2010
HILFE!
Wenn die Sonne droht, ist Hühnertot!
Bei uns ist eine Seuche ausgebrochen. Drei Hühner sind schon tot. Auch eines von meinen!!! Schnief! Es hat die Erdfrau erwischt... Gestern morgen sah sie schon nicht gut aus. Mittags war sie dann schon steif! Jetzt ist nur noch Zecke übrig! Sie MUSS durchhalten!
Gestern haben wir dann den "Tierarzt" gerufen. Ich hoffe mit den Medis wird das jetzt aufhören. Aber wenn es lange nicht regnet und die Sonne so knallt, dann gibts wohl viele Krankheiten für die Hühner...
Aber einen Teilerfolg hab ich zu berichten:
Wenn mann sie jetzt abends dazu "auffordert" in die neue Hütte zu gehen, dann tun sie es auch!!! Der Hammer!
Nachdem ich zwei Abende eine lange Prozedur mit ihnen durchgestanden habe, haben sie am dritten abend wohl eingesehen, dass ich hartnäckiger bin als sie! Jetzt klappts!!!
Bei uns ist eine Seuche ausgebrochen. Drei Hühner sind schon tot. Auch eines von meinen!!! Schnief! Es hat die Erdfrau erwischt... Gestern morgen sah sie schon nicht gut aus. Mittags war sie dann schon steif! Jetzt ist nur noch Zecke übrig! Sie MUSS durchhalten!
Gestern haben wir dann den "Tierarzt" gerufen. Ich hoffe mit den Medis wird das jetzt aufhören. Aber wenn es lange nicht regnet und die Sonne so knallt, dann gibts wohl viele Krankheiten für die Hühner...
Aber einen Teilerfolg hab ich zu berichten:
Wenn mann sie jetzt abends dazu "auffordert" in die neue Hütte zu gehen, dann tun sie es auch!!! Der Hammer!
Nachdem ich zwei Abende eine lange Prozedur mit ihnen durchgestanden habe, haben sie am dritten abend wohl eingesehen, dass ich hartnäckiger bin als sie! Jetzt klappts!!!
Mittwoch, 29. September 2010
Maus und Opossum
Meine beiden Lieblinge… Der Schock sitzt tief! Ich war so stolz auf die beiden. Sie waren so zutraulich und liebevoll. Morgens haben sie mich mit einem vertrauten Gackern begrüßt.
Maus, so weiß und stolz. Ich dachte sie würde eines Tages eine gute Mutter werden. Und Opossum. So schön groß gewachsen mit einem prächtigen Farbenkleid und immer neugierigen Augen.
Jetzt sind sie weg. Sie werden nie wieder zu mir kommen. Und warum? Eine so lange Zeit haben sie mich getäuscht. So lang hatte ich auf Eier gehofft, die nie kommen würden.
Jetzt habe ich sie eingetauscht. Jetzt sitzen zwei neue, scheue, junge Hühner im Käfig. Ich werde neues Vertrauen aufbauen müssen. Neu um sie werben. Namen geben. Mich liebevoll ihnen zuwenden und sie in ihrem neuen Zuhause willkommen heißen.
So wie ich es mit Maus und Opossum getan habe – meinen Hähnen.
Maus, so weiß und stolz. Ich dachte sie würde eines Tages eine gute Mutter werden. Und Opossum. So schön groß gewachsen mit einem prächtigen Farbenkleid und immer neugierigen Augen.
Jetzt sind sie weg. Sie werden nie wieder zu mir kommen. Und warum? Eine so lange Zeit haben sie mich getäuscht. So lang hatte ich auf Eier gehofft, die nie kommen würden.
Jetzt habe ich sie eingetauscht. Jetzt sitzen zwei neue, scheue, junge Hühner im Käfig. Ich werde neues Vertrauen aufbauen müssen. Neu um sie werben. Namen geben. Mich liebevoll ihnen zuwenden und sie in ihrem neuen Zuhause willkommen heißen.
So wie ich es mit Maus und Opossum getan habe – meinen Hähnen.
Sonntag, 26. September 2010
Ein anderes Geheimnis
Dass sie so lange gar keine Eier gelegt haben, hat mich misstrauisch gemacht. Immerhin MÜSSEN Hühner Eier legen. Sie können sich nicht dagegen entscheiden. Geneddisch!!!
Mein Gartenjunge hat dann in der 2. Etage des Truthanhauses ein geheim angelegtes Nest gefunden – mit 6 Eiern. Schön! 5 habe ich mir unter den Nagel gerissen. Eins habe ich da gelassen, weil ich gehört habe, dass sie dann besser Einer legen.
Nachdem ich einige Tage das geheime Nest beobachtet habe und ich außer dem einen Ei nix entdecken konnte, war ich um so überraschter, als mich eines Morgens ein kleines Kücken vorwurfsvoll anpiepste. Wie es den freien Fall von der 2. Etage auf den Boden der Tatsachen überlebt hat, weiß ich nicht. Nur das es so ist. Ein Nachwuchs der was ab kann. Hoffentlich ist es ein Mädchen. Dann kann sie mir in 6 Monaten viele, viele Eier geben!
Wir brauchen nur noch einen Namen. Vielleicht etwas was zu „Maus“ und „Opossum“ passt und was sowohl für einen Hahn und ein Huhn passt… Vorschläge?
Mein Gartenjunge hat dann in der 2. Etage des Truthanhauses ein geheim angelegtes Nest gefunden – mit 6 Eiern. Schön! 5 habe ich mir unter den Nagel gerissen. Eins habe ich da gelassen, weil ich gehört habe, dass sie dann besser Einer legen.
Nachdem ich einige Tage das geheime Nest beobachtet habe und ich außer dem einen Ei nix entdecken konnte, war ich um so überraschter, als mich eines Morgens ein kleines Kücken vorwurfsvoll anpiepste. Wie es den freien Fall von der 2. Etage auf den Boden der Tatsachen überlebt hat, weiß ich nicht. Nur das es so ist. Ein Nachwuchs der was ab kann. Hoffentlich ist es ein Mädchen. Dann kann sie mir in 6 Monaten viele, viele Eier geben!
Wir brauchen nur noch einen Namen. Vielleicht etwas was zu „Maus“ und „Opossum“ passt und was sowohl für einen Hahn und ein Huhn passt… Vorschläge?
Freitag, 24. September 2010
Ein Satz mit X...
Nachdem meine Hühner den Bau ihres neuen Heimes mit großem Interesse verfolgt haben, sind sie nach Fertigstellung um so desinteressierter dieses auch zu benutzen. Auch eine Hand voll Mais, was sie sonst immer zusammengeholt hat, hilft innerhalb dieser vier Wände nur beschränkt.
Nur die Mutigsten unter ihnen trauen sich freiwillig rein. Und davon haben wir nicht viele.
Misstrauische Blicke und verwirrtes Gackern verfolgen mich, wenn ich nachsehe, ob sich doch evtl. ein Ei verirrt hat. Aber bisher wurde ich enttäuscht. Um so mehr erinnern sie sich wieder an die hübsche Hütte der Truthähne und benutzen diese häufiger. Und geben – man höre und staune – auch wieder Eier. Nicht viele, aber 1-2 sind am Tag drin. Immerhin.
Schlafen tun sie allerdings immer noch lieber auf ihrem Baum den sie trotz gestutzter Flügel erklimmen. Wie sie das schaffen ist mir ein Rätsel. Aber die kleinen dürfen ja auch ihre Geheimnisse haben.
Nur die Mutigsten unter ihnen trauen sich freiwillig rein. Und davon haben wir nicht viele.
Misstrauische Blicke und verwirrtes Gackern verfolgen mich, wenn ich nachsehe, ob sich doch evtl. ein Ei verirrt hat. Aber bisher wurde ich enttäuscht. Um so mehr erinnern sie sich wieder an die hübsche Hütte der Truthähne und benutzen diese häufiger. Und geben – man höre und staune – auch wieder Eier. Nicht viele, aber 1-2 sind am Tag drin. Immerhin.
Schlafen tun sie allerdings immer noch lieber auf ihrem Baum den sie trotz gestutzter Flügel erklimmen. Wie sie das schaffen ist mir ein Rätsel. Aber die kleinen dürfen ja auch ihre Geheimnisse haben.
Dienstag, 27. Juli 2010
Alles nicht so einfach
Nachdem meine Stange für die Hühner unter dem Gewicht der dicken Truthähne 3x zusammengebrochen ist, habe ich beschlossen ein neues Haus für die Hühner zu bauen. Samstag ist Stichtag.
In der Zwischenzeit war ich natürlich nicht untätig! Das Vertrauen meiner Schützlinge zu stärken hat wunderbar geklappt. Meine beiden Lieblinge fliegen mir jetzt schon auf den Arm und fressen mir aus der Hand, wenn ich was zu Essen dabei habe.
Nur mit den Eiern klappt es noch nicht so, wie ich mir das vorstelle...
In der Zwischenzeit war ich natürlich nicht untätig! Das Vertrauen meiner Schützlinge zu stärken hat wunderbar geklappt. Meine beiden Lieblinge fliegen mir jetzt schon auf den Arm und fressen mir aus der Hand, wenn ich was zu Essen dabei habe.
Nur mit den Eiern klappt es noch nicht so, wie ich mir das vorstelle...
Samstag, 17. Juli 2010
Hühnertagebuch
Ich habe ein neues Projekt. Ich habe von meinem "alten" Team 2 Hühner geerbt. Ich habe sie "Maus" und "Opossum" getauft.
Maus ist weiß mit einem schwarzen Schwanz, recht zierlich und sehr zutraulich. Opossum ist ziemlich bunt, aber dunkel gehalten, groß und schlank, nicht ganz so zutraulich, aber auch nicht scheu.
Insgesammt haben wir in unserem Hühnerparadis 7 Hühner, zwei Hähne, ca 7 Truthähne und eine Schildkröte, die aber Selbstversorger ist.
Mein Ziel ist: Eier! Ich will viele und große! Ich stehe auf Rührei am Sonntagmorgen!
Nachts schlafen die Guten normalerweise in einer Hütte. Da sich die Truthähne aber so breit machen, schlafen immer mehr arme Hühner draußen. Das ist gefährlich! Katzen, Schlagen und sonstige Diebe... Und: sie legen draußen keine Eier!
Also hab ich heute eine weitere Hühnerstange "installiert" und 3 weitere Nistplätze.
Ich halte euch auf dem laufenden!
Maus ist weiß mit einem schwarzen Schwanz, recht zierlich und sehr zutraulich. Opossum ist ziemlich bunt, aber dunkel gehalten, groß und schlank, nicht ganz so zutraulich, aber auch nicht scheu.
Insgesammt haben wir in unserem Hühnerparadis 7 Hühner, zwei Hähne, ca 7 Truthähne und eine Schildkröte, die aber Selbstversorger ist.
Mein Ziel ist: Eier! Ich will viele und große! Ich stehe auf Rührei am Sonntagmorgen!
Nachts schlafen die Guten normalerweise in einer Hütte. Da sich die Truthähne aber so breit machen, schlafen immer mehr arme Hühner draußen. Das ist gefährlich! Katzen, Schlagen und sonstige Diebe... Und: sie legen draußen keine Eier!
Also hab ich heute eine weitere Hühnerstange "installiert" und 3 weitere Nistplätze.
Ich halte euch auf dem laufenden!
Dienstag, 13. Juli 2010
Fakten, Fakten, Fakten
Mir wurde desöfteren vorgeworfen, ich würde zu wenig schreiben, zu wenig Infos geben, man könne sich das alles nicht vorstellen. Hier die Fakten:
- wir hatten ein Team aus 3 deutschen Jungs, 3 deutschen Mädels (inkl. Mir), 1 afrikanischen Jungen, 1 junges, deutsches Paar ohne Kinder und ein bisschen älteres, deutsches Paar mit 1 Mädchen die auf der Station wohnen.
- die 3 deutschen Jungs & beide deutsche Paare sind inzwischen zu Hause.
- tagsüber kommen noch ca 10 weitere afrikanische Mitarbeiter zum Arbeiten, die nicht auf Station wohnen.
- auf unserer Station gibt es 6 Gebäude: 1 Schreinerei, 1 Gästehaus, 1 Werkstatt mit Trompetenwerkstatt und Dieseldepot, 1 Küche mit offenem Esszimmer, 2 Häuser mit 2 Wohnungen für Familien, Teamräume, kleinem Appartement, Elekrtooffice, Büro und Filmdepot.
- dann befinden sich auf der Station noch ein paar Felder um Maniok anzupflanzen, die wir vermieten, zwei Mango- und zwei Avocadobäume, ein Garten in dem wir Hirse, Zitronengrass und Papaya anpflanzen, ein Hühnerparadis in dem Hühner, Truthähne, Perlhühner und die ein oder andere Schildkröte leben.
- es gibt noch ein Aquarium mit selbst gefangenen Süßwasserfischen, zwei graue Papagaie, Kaninchen und einen Hund hier. Wild sind noch ein paar Katzen, Ratten, Mäuse, Gekkos ohne Ende und Massen an Insekten und Krabbelviechern. Ab und zu die ein oder andere Schlange.
- unser Fuhrpark besteht aus vielen heilen und kaputten Fahrzeugen. Unimogs, G-Benz, 9/11er Mercedes, Trecker, etc sind dabei
- Strom haben wir rund um die Uhr durch Generator und Power-Back, Wasser auch immer fließend, aber nur warm, wenn die Sonne geschien hat.
Das um einen etwas besseren Einblick zu bekommen. Bei Fragen bitte Kommentar hinterlassen :-) Evtl gibt’s eine Fortsetzung.
- wir hatten ein Team aus 3 deutschen Jungs, 3 deutschen Mädels (inkl. Mir), 1 afrikanischen Jungen, 1 junges, deutsches Paar ohne Kinder und ein bisschen älteres, deutsches Paar mit 1 Mädchen die auf der Station wohnen.
- die 3 deutschen Jungs & beide deutsche Paare sind inzwischen zu Hause.
- tagsüber kommen noch ca 10 weitere afrikanische Mitarbeiter zum Arbeiten, die nicht auf Station wohnen.
- auf unserer Station gibt es 6 Gebäude: 1 Schreinerei, 1 Gästehaus, 1 Werkstatt mit Trompetenwerkstatt und Dieseldepot, 1 Küche mit offenem Esszimmer, 2 Häuser mit 2 Wohnungen für Familien, Teamräume, kleinem Appartement, Elekrtooffice, Büro und Filmdepot.
- dann befinden sich auf der Station noch ein paar Felder um Maniok anzupflanzen, die wir vermieten, zwei Mango- und zwei Avocadobäume, ein Garten in dem wir Hirse, Zitronengrass und Papaya anpflanzen, ein Hühnerparadis in dem Hühner, Truthähne, Perlhühner und die ein oder andere Schildkröte leben.
- es gibt noch ein Aquarium mit selbst gefangenen Süßwasserfischen, zwei graue Papagaie, Kaninchen und einen Hund hier. Wild sind noch ein paar Katzen, Ratten, Mäuse, Gekkos ohne Ende und Massen an Insekten und Krabbelviechern. Ab und zu die ein oder andere Schlange.
- unser Fuhrpark besteht aus vielen heilen und kaputten Fahrzeugen. Unimogs, G-Benz, 9/11er Mercedes, Trecker, etc sind dabei
- Strom haben wir rund um die Uhr durch Generator und Power-Back, Wasser auch immer fließend, aber nur warm, wenn die Sonne geschien hat.
Das um einen etwas besseren Einblick zu bekommen. Bei Fragen bitte Kommentar hinterlassen :-) Evtl gibt’s eine Fortsetzung.
Sonntag, 18. April 2010
Ostern
ist zwar schon ein wenig her, aber hier noch ein paar Fotos. Wir haben nämlich Eier gefärbt – nein, nicht mit Erde, Zwiebelschalen, Blättern und Kuhmist (oder was man in Deutschland sonst noch für Vorstellungen über Afrika hat) sondern mit importierten Eierfarben.
ABER wir haben sie zusätzlich bemalt (wir hatten allerdings nur einen Edding) und das nur mit Sachen die uns in unserem alltäglichen afrikanischen Leben begegnet...
Seht her:
Unser Tageswerk

Fufu

Ganz und gar nicht lecker! Eine klebrige Masse aus Maniok- und Hirsemehl
Einen Hefezopf hab ich auch gemacht
ABER wir haben sie zusätzlich bemalt (wir hatten allerdings nur einen Edding) und das nur mit Sachen die uns in unserem alltäglichen afrikanischen Leben begegnet...
Seht her:
Unser Tageswerk
Fufu
Ganz und gar nicht lecker! Eine klebrige Masse aus Maniok- und Hirsemehl
Einen Hefezopf hab ich auch gemacht
Mittwoch, 3. März 2010
Man soll sich
über kleine Dinge im Leben freuen. Hier ist ein großer Teilerfolg, über den ich mich sehr freue: Ich kann jetzt mit meinem Mac drucken... Klingt komisch – ist aber so. Ich muss jetzt nicht mehr alle Sachen auf einen Stick packen und von einem anderen Rechner ausdrucken. Ein keiner Schritt für das Diguna-Büro, aber ein GOSSER für mich!
Wenn ich jetzt noch bald ins Internet mit DIESEM Rechner komme, ist das Leben im Büro perfekt. :-)
Wenn ich jetzt noch bald ins Internet mit DIESEM Rechner komme, ist das Leben im Büro perfekt. :-)
Samstag, 13. Februar 2010
Der Boden der Entbindung
Keiner weiß, was er schon alles mit gemacht hat, was er in sich aufgesogen hat, ohne es je wieder her zu geben. Keiner weiß was er alles gesehen hat...
Das Blut tropft vom Tisch und klatschen leise auf die Erde. Die Schreie verhallen, die Atmung wird langsamer. Der Schmerz weicht langsam und die Erschöpfung macht sich breit. Und trotzdem ist da die unbeschreibliche Freude, der Stolz – es ist vorbei!
Blut, Fruchtwasser und Straßenstaub werden immer tiefer in die feinen Poren des Bodens getreten. Wieder mal war eine Geburt auf der Entbindungsstation in Aru. Wieder wurde er Zeuge des unglaublichen Wunders, wenn einem neuen Erdenbewohner das Leben geschenkt wurde.
Erst 1-2 Stunden vorher kam ein schüchternes junges Mädchen durch die Tür. Wie alt mochte sie sein? 14? Vielleicht. Aber was macht das schon? Hochschwanger hatte sie sich durch die Sonne geschleppt. Schweiß lief ihr die Stirn herunter und tropfte auf ihr buntes afrikanisches Gewand.
Nach der Untersuchung hatte man ihr eine dünne Strohmatte auf die Erde gelegt, auf der sie die nächste Zeit mit ihren Wehen kämpfte, bis es soweit war. Das Fruchtwasser hatte sich durch die Lücken ihren Weg gebahnt und wurden gierig vom Boden aufgesogen.
Nach gefühlt endloser Zeit war es soweit gewesen. Die Zeit war gekommen um ihrem Sohn das Leben zu schenken.
Jetzt, wo sie wieder im großen Saal war, mit etwa 10 anderen Müttern und ihren Neugeborenen, wurde der Boden in der Entbindung notdürftig gesäubert. Lauwarmes Wasser und ein wenig Waschpulver mussten hierfür genügen. Desinfektionsmittel wurde nicht hierfür verschwendet. Glassplitter von zerbrochenen Ampullen, Schweiß, Speichel von Babys, Urin und alles was sich in den vergangenen Stunden (oder waren es Tage?) angesammelt hat, wurde oberflächlich entfernt.
Und während es die Auszubildende mit ihrem Eimer schon in die 2. Hälfte des Raumes geschafft hatte, saßen die Hebammen auf der anderen Seite fröhlich auf den Plastikstühlen. Eine häkelte eine Mütze, bei der die Neongelbe Wolle bei jedem Zug lustig auf dem Boden hüpfte. Ihr Kollegen schenkte Kaffee ein. Das die Plastikbecher auf der Erde stehen, macht hier niemandem was aus.
Und auch der Kaffee, der aus der undichten Kanne tropft wird bei den Temperaturen sicher bald verdunstet sein und nur einen weiteren dunklen Fleck auf dem Boden der Entbindung hinterlassen.
Das Blut tropft vom Tisch und klatschen leise auf die Erde. Die Schreie verhallen, die Atmung wird langsamer. Der Schmerz weicht langsam und die Erschöpfung macht sich breit. Und trotzdem ist da die unbeschreibliche Freude, der Stolz – es ist vorbei!
Blut, Fruchtwasser und Straßenstaub werden immer tiefer in die feinen Poren des Bodens getreten. Wieder mal war eine Geburt auf der Entbindungsstation in Aru. Wieder wurde er Zeuge des unglaublichen Wunders, wenn einem neuen Erdenbewohner das Leben geschenkt wurde.
Erst 1-2 Stunden vorher kam ein schüchternes junges Mädchen durch die Tür. Wie alt mochte sie sein? 14? Vielleicht. Aber was macht das schon? Hochschwanger hatte sie sich durch die Sonne geschleppt. Schweiß lief ihr die Stirn herunter und tropfte auf ihr buntes afrikanisches Gewand.
Nach der Untersuchung hatte man ihr eine dünne Strohmatte auf die Erde gelegt, auf der sie die nächste Zeit mit ihren Wehen kämpfte, bis es soweit war. Das Fruchtwasser hatte sich durch die Lücken ihren Weg gebahnt und wurden gierig vom Boden aufgesogen.
Nach gefühlt endloser Zeit war es soweit gewesen. Die Zeit war gekommen um ihrem Sohn das Leben zu schenken.
Jetzt, wo sie wieder im großen Saal war, mit etwa 10 anderen Müttern und ihren Neugeborenen, wurde der Boden in der Entbindung notdürftig gesäubert. Lauwarmes Wasser und ein wenig Waschpulver mussten hierfür genügen. Desinfektionsmittel wurde nicht hierfür verschwendet. Glassplitter von zerbrochenen Ampullen, Schweiß, Speichel von Babys, Urin und alles was sich in den vergangenen Stunden (oder waren es Tage?) angesammelt hat, wurde oberflächlich entfernt.
Und während es die Auszubildende mit ihrem Eimer schon in die 2. Hälfte des Raumes geschafft hatte, saßen die Hebammen auf der anderen Seite fröhlich auf den Plastikstühlen. Eine häkelte eine Mütze, bei der die Neongelbe Wolle bei jedem Zug lustig auf dem Boden hüpfte. Ihr Kollegen schenkte Kaffee ein. Das die Plastikbecher auf der Erde stehen, macht hier niemandem was aus.
Und auch der Kaffee, der aus der undichten Kanne tropft wird bei den Temperaturen sicher bald verdunstet sein und nur einen weiteren dunklen Fleck auf dem Boden der Entbindung hinterlassen.
Mittwoch, 10. Februar 2010
Andere Länder, andere Sitten...
Das merke ich auch hier immer wieder. Einige Beispiele:
-Es gibt in einigen Regionen hier nicht so viel Essen. Trotzdem lässt man bei einer Einladung was auf dem Teller liegen, weil man sonst damit ausdrückt, dass es nicht genug war
-Jungs und Mädels können hier befreundet sein, Händchen halten, sich auf den Hintern hauen, ... alles rein platonisch! Aber sobald sie sich verlieben tun sie nix mehr zusammen in der Öffentlichkeit, in einer Gruppe läuft der eine ganz vorn und die andere ganz hinten.
-Hier ist es ein Kompliment, wenn dir jemand sagt, wie fett du geworden bist...
-Es ist kein Problem, wenn man deine Brust sieht oder dein BH rausguckt, aber wehe man sieht dein Knie!!!
-Hier kann jeder Straßensperren errichten und Geld fürs durchlassen verlangen. Wenn du dich weigerst sind sie auch mit einem Kaugummi zufrieden.
-Weihnachten ist Sommerzeit
-Bei Gewitter sollten wir lieber nicht duschen, weil wir da einen Schlag gekommen könnten...
-Wir leben in einer Stadt, aber es gibt hier quasi keine Läden
-Viele Weiße denken, dass alle Afrikaner gleich aussehen. Und viele Afrikaner denken, dass alle Weißen gleich aussehen.
-Wenn die Afrikaner mit den Fingern zählen, dann fangen sie mit dem Kleinsten an, bis hin zum Daumen.
Und das war nur ein kleiner Einblick. Es gibt 1000 Sachen die unterschiedlich sind...
Das merke ich auch hier immer wieder. Einige Beispiele:
-Es gibt in einigen Regionen hier nicht so viel Essen. Trotzdem lässt man bei einer Einladung was auf dem Teller liegen, weil man sonst damit ausdrückt, dass es nicht genug war
-Jungs und Mädels können hier befreundet sein, Händchen halten, sich auf den Hintern hauen, ... alles rein platonisch! Aber sobald sie sich verlieben tun sie nix mehr zusammen in der Öffentlichkeit, in einer Gruppe läuft der eine ganz vorn und die andere ganz hinten.
-Hier ist es ein Kompliment, wenn dir jemand sagt, wie fett du geworden bist...
-Es ist kein Problem, wenn man deine Brust sieht oder dein BH rausguckt, aber wehe man sieht dein Knie!!!
-Hier kann jeder Straßensperren errichten und Geld fürs durchlassen verlangen. Wenn du dich weigerst sind sie auch mit einem Kaugummi zufrieden.
-Weihnachten ist Sommerzeit
-Bei Gewitter sollten wir lieber nicht duschen, weil wir da einen Schlag gekommen könnten...
-Wir leben in einer Stadt, aber es gibt hier quasi keine Läden
-Viele Weiße denken, dass alle Afrikaner gleich aussehen. Und viele Afrikaner denken, dass alle Weißen gleich aussehen.
-Wenn die Afrikaner mit den Fingern zählen, dann fangen sie mit dem Kleinsten an, bis hin zum Daumen.
Und das war nur ein kleiner Einblick. Es gibt 1000 Sachen die unterschiedlich sind...
Samstag, 3. Oktober 2009
Unser Bad
ist eine Sache für sich! Wir haben ein Erlebnis-Duschbad, eine bewohnbare Toilette und automatische Frischlufteinspeisung...
Die Toilette:
Entlastet man sich auf der Toilette, schaue man zuerst unter die Brille, da man nicht weiß, wer oder was da mit einem zusammen hockt.
Hat man sein Geschäft verrichtet, benutz man das rosafarbene Hygienepapier, dass sich wie 80er Schleifpapier anfühlt – aber recycelt ist!!! Die Spülung erfolgt durch manuelles hochziehen des Stöpsels in dem Wasserbehälter, der auch immer mal wieder bewohnt ist. Bei Bedarf auch 3-4 mal benutzen. Bitte nicht stören lassen, falls eine Scharbe erschreckt aus der Ecke hinter der Toilette schlüpft.
Das Erlebnisbad:
Wir haben eine Badewanne. Die funktioniert sogar ohne Stöpsel. Denn der Abfluss ist so dicht, dass da nur ca. 100ml pro Std. durchgehen. Kleine Krabbeltiere finden den Weg allerdings schnell... Außerdem kommt dann einiges an Dreck wieder aus dem Gulli raus, was sich beim letzten Mal mit aller Kraft gewehrt hat weg gespült zu werden. Eine „Duschamatur“ gibt es in dem Sinne leider auch nicht. Man nehme also den 10l-Plastikeimer, fülle ihn an dem rechten Wasserhahn mit kaltem Wasser. Denn der Hahn für das warme Wasser (ja, er existiert!) funktioniert leider nicht. Da es aber eh zu warm ist um warm zu duschen ist das auch egal!
Wenn man sich dann nass macht, in der Badewanne kniend, mit dem Kopf in den Eimer gebeugt und mit dem Waschlappen versucht alle Stellen am Körper zu erwischen, ist es mir schon passiert, dass ich an die Riesendusche im Haus meiner Eltern gedacht habe...
Hat man es geschafft, sich überall ein zu schäumen und hinterher wieder ab zu waschen, kommt der beste Teil: man versucht das stehende Gewässer, in dem man grad noch bis zu den Waden stand, in den Eimer zu füllen um es dann in der Toilette zu entsorgen. Für den kleinen Rest am Ende gibt es dann den Messbecher...
Ungünstig ist es wenn genau in der Zeit, in der man eingeschäumt ist, der Strom ausfällt. Da man in der Regel abends duscht und die Sonne sich schon um halb 7 nicht mehr blicken lässt, ist es stockfinster. In diesem recht wahrscheinlichen Falle nehme man die Kerze vom Schrank und hoffe, dass ein Feuerzeug in greifbarer Nähe ist. Wenn nicht, hat auch das einen Vorteil: Man sieht die Tierchen nicht mehr, die jetzt im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken krabbeln.
Damit meine ich nicht die Ameisenstraße quer durch das Bad – diese gehört zum Inventar.
Die Klimaanlage sorgt für stetig frische Luft – zumindest wenn draußen ein wenig Wind weht. Das „Fenster“ besteht aus einem Rahmen mit Moskitonetz und einem netten Blümchenvorhang. Diverse Löcher im Boden und der breite Spalt unter der Tür machen die Circulation perfekt.
Die Toilette:
Entlastet man sich auf der Toilette, schaue man zuerst unter die Brille, da man nicht weiß, wer oder was da mit einem zusammen hockt.
Hat man sein Geschäft verrichtet, benutz man das rosafarbene Hygienepapier, dass sich wie 80er Schleifpapier anfühlt – aber recycelt ist!!! Die Spülung erfolgt durch manuelles hochziehen des Stöpsels in dem Wasserbehälter, der auch immer mal wieder bewohnt ist. Bei Bedarf auch 3-4 mal benutzen. Bitte nicht stören lassen, falls eine Scharbe erschreckt aus der Ecke hinter der Toilette schlüpft.
Das Erlebnisbad:
Wir haben eine Badewanne. Die funktioniert sogar ohne Stöpsel. Denn der Abfluss ist so dicht, dass da nur ca. 100ml pro Std. durchgehen. Kleine Krabbeltiere finden den Weg allerdings schnell... Außerdem kommt dann einiges an Dreck wieder aus dem Gulli raus, was sich beim letzten Mal mit aller Kraft gewehrt hat weg gespült zu werden. Eine „Duschamatur“ gibt es in dem Sinne leider auch nicht. Man nehme also den 10l-Plastikeimer, fülle ihn an dem rechten Wasserhahn mit kaltem Wasser. Denn der Hahn für das warme Wasser (ja, er existiert!) funktioniert leider nicht. Da es aber eh zu warm ist um warm zu duschen ist das auch egal!
Wenn man sich dann nass macht, in der Badewanne kniend, mit dem Kopf in den Eimer gebeugt und mit dem Waschlappen versucht alle Stellen am Körper zu erwischen, ist es mir schon passiert, dass ich an die Riesendusche im Haus meiner Eltern gedacht habe...
Hat man es geschafft, sich überall ein zu schäumen und hinterher wieder ab zu waschen, kommt der beste Teil: man versucht das stehende Gewässer, in dem man grad noch bis zu den Waden stand, in den Eimer zu füllen um es dann in der Toilette zu entsorgen. Für den kleinen Rest am Ende gibt es dann den Messbecher...
Ungünstig ist es wenn genau in der Zeit, in der man eingeschäumt ist, der Strom ausfällt. Da man in der Regel abends duscht und die Sonne sich schon um halb 7 nicht mehr blicken lässt, ist es stockfinster. In diesem recht wahrscheinlichen Falle nehme man die Kerze vom Schrank und hoffe, dass ein Feuerzeug in greifbarer Nähe ist. Wenn nicht, hat auch das einen Vorteil: Man sieht die Tierchen nicht mehr, die jetzt im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken krabbeln.
Damit meine ich nicht die Ameisenstraße quer durch das Bad – diese gehört zum Inventar.
Die Klimaanlage sorgt für stetig frische Luft – zumindest wenn draußen ein wenig Wind weht. Das „Fenster“ besteht aus einem Rahmen mit Moskitonetz und einem netten Blümchenvorhang. Diverse Löcher im Boden und der breite Spalt unter der Tür machen die Circulation perfekt.
Dienstag, 15. September 2009
Busfahrt
Ich bin in Kisangani. Das ist tiefster Busch. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich hier bin, wenn man die Fahrt hierher bedenkt: Ich versuche euch das mal zu beschreiben:
Während der Fahrt schaue ich aus dem Busfenster. Um mich herrum ist fast nix als Urwald. So, wie man sich das vorstellt: große grüne Bäume, Bananenstauden und Kokospalmen, Schlingpflanzen, Büsche und ab und zu mal eine Lehmhütte mit Bananenblätterdach. Davor tummeln sich ein paar Kinder in zerschlissenen Klamotten. Das ganze sieht friedlich und entspannt aus - ist es aber nicht!!!
Der lebensmüde Busfahrer versucht die verlorene Zeit durch halsbrecherische Manöver wieder einzuholen. Denn am ersten Reisetag haben wir knapp 10 (ZEHN!!!) Stunden an einem Fluss verbracht und darauf gewartet, dass unser Bus, wir und unser Gepäck jeweils einzeln auf provisorisch zusammengenagelten Holzböötchen (?) über das Wasser geschifft werden. Als es dann um 20 Uhr weiter ging, war es im Kongo schon stockfinster. Das hat die Fahrweise des Fahrers kein Stück beeinflusst. Wir fuhren dann bis 2 Uhr in der Nacht, verbrachten den Halbschlaf auf den unbequemen Sitzen bis kurz vor 6 und brachen dann wieder auf.
Der Reisebus, der definitiv schon bessere Zeiten hatte, klappert und verliert ein bisschen Öl. Aber wen stört das schon?
Was mich kurz gestört hat, war die Tatsache, dass unser Kutscher auf dem von Schlaglöchern zerfressenen Schlammweg in einem Affenzahn daher rast, egal ob auf der schmalen „Fahrbahn“ Gegenverkehr kommt, Kinder, Ziegen oder Hühner im Weg sind oder ein Schlagloch so groß und lang ist, dass der ganze Bus sich bedenklich weit auf die Seite lehnt...
So saß ich da, still nachdenkend ob ich noch etwas zu tun oder zu sagen gehabt hätte, bevor ich ewigen Frieden fände. Aber, nein. Alles war gesagt und so konnte ich entspannt darauf warten, dass der Unfall passieren würde. Aber das tat es nicht. Ein Wunder.
So bin ich jetzt hier und werde euch sicher noch einige Kleinigkeiten aus meinem Leben hier berichten. Z.B. unser Badezimmer o.ä....
Während der Fahrt schaue ich aus dem Busfenster. Um mich herrum ist fast nix als Urwald. So, wie man sich das vorstellt: große grüne Bäume, Bananenstauden und Kokospalmen, Schlingpflanzen, Büsche und ab und zu mal eine Lehmhütte mit Bananenblätterdach. Davor tummeln sich ein paar Kinder in zerschlissenen Klamotten. Das ganze sieht friedlich und entspannt aus - ist es aber nicht!!!
Der lebensmüde Busfahrer versucht die verlorene Zeit durch halsbrecherische Manöver wieder einzuholen. Denn am ersten Reisetag haben wir knapp 10 (ZEHN!!!) Stunden an einem Fluss verbracht und darauf gewartet, dass unser Bus, wir und unser Gepäck jeweils einzeln auf provisorisch zusammengenagelten Holzböötchen (?) über das Wasser geschifft werden. Als es dann um 20 Uhr weiter ging, war es im Kongo schon stockfinster. Das hat die Fahrweise des Fahrers kein Stück beeinflusst. Wir fuhren dann bis 2 Uhr in der Nacht, verbrachten den Halbschlaf auf den unbequemen Sitzen bis kurz vor 6 und brachen dann wieder auf.
Der Reisebus, der definitiv schon bessere Zeiten hatte, klappert und verliert ein bisschen Öl. Aber wen stört das schon?
Was mich kurz gestört hat, war die Tatsache, dass unser Kutscher auf dem von Schlaglöchern zerfressenen Schlammweg in einem Affenzahn daher rast, egal ob auf der schmalen „Fahrbahn“ Gegenverkehr kommt, Kinder, Ziegen oder Hühner im Weg sind oder ein Schlagloch so groß und lang ist, dass der ganze Bus sich bedenklich weit auf die Seite lehnt...
So saß ich da, still nachdenkend ob ich noch etwas zu tun oder zu sagen gehabt hätte, bevor ich ewigen Frieden fände. Aber, nein. Alles war gesagt und so konnte ich entspannt darauf warten, dass der Unfall passieren würde. Aber das tat es nicht. Ein Wunder.
So bin ich jetzt hier und werde euch sicher noch einige Kleinigkeiten aus meinem Leben hier berichten. Z.B. unser Badezimmer o.ä....
Dienstag, 25. August 2009
Heil im Kongo
Hier nur eine kleine Nachricht aus dem Kongo. Alles ist noch anders und neu und aufregend... Aber schön! Die Leute sind lieb, das Essen lecker und schlafen tu ich auch gut. Also alles in Butter! Bald mehr! Denk an euch!
Abonnieren
Posts (Atom)